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digitaleheldenWhatsapp ist ein großes Thema schon bei den Schüler/-innen (kurz: SuS) der 6. Klassen. Fast alle haben es auf ihren Smartphones. Warum kann und sollte man es aber im Unterricht behandeln?
Positive wie negative Aspekte berühren auch den Unterrichtsvormittag.
- Hausaufgaben werden ausgetauscht – sowohl die Aufgaben, als auch die Lösungen.
- Verabredungen zum Ausflug werden getroffen.
- Fehlende SuS werden informiert.
- Aber auch mancher Mobbing-Ärger wird bis in den Schulvormittag getragen.
- Zur Medienkompetenz gehört auch ein reflektierter Umgang mit dem Smartphone.

 

Wie kann man als Lehrkraft nun mit den SuS ins Gespräch kommen und eine Stunde dazu gestalten?

Klicksafe (www.klicksafe.de) bietet verschiedenes Material an. Das basiert auf vielen Texten und Arbeitsblättern, durch die sich auch die Lehrkraft erst einmal durcharbeiten muss. Das gibt gute Basis- und Hintergrundinformationen, die aber auch erst einmal bewältigt werden müssen. Eine gute Ergänzung bieten die „Digitalen Helden“ (www.digitale-helden.de/whatsapp), eine Schüler-Lehrergruppe aus Frankfurt/Main. Sie haben einen Online-Kurs erstellt, der mit wenig Vorbereitung in der Klasse durchgeführt werden kann.

Er besteht aus zwei Teilen, die auf zwei Stunden verteilt werden können:
1 - Einführung, Whatsapp pro und contra, Einstellungsmöglichkeiten, „Was nervt an Whatsapp?“
2 - Mobbing, Umgang mit Fotos, Klassenchat und Regeln

 

Meine Erfahrungen mit dem Onlinekurs:

Vorweg bemerkt:
Ein tolles Angebot! Ich muss nicht seitenlang Texte und Unterrichtseinheiten lesen und diese dann auf meine Lerngruppe anpassen, sondern arbeite gleich mit dem passenden Medium! Ich habe den 2-Stunden-Kurs gewählt und nur den ersten Teil genutzt, weil ich Unterricht mit SuS aus verschiedenen Klassen hatte, da lassen sich Klassenchatregeln nicht gut erarbeiten.

 

Hier einige Beobachtungen und Erfahrungen aus meinem Unterricht damit….

Zur Organisation: Eine Doppelstunde in der 6. Klasse mit Smartboard (Beamer geht auch) und Internet.

- Die SuS sollen während des Online-Kurses einmal ihre Smartphone herausnehmen und in ihrem Whatsapp nachsehen, wie viel Nachrichten sie versendet und erhalten haben. Achtung ;-) Hier geht es nicht ohne vorher (!) besprochene Regeln. (In Kurzform: Hausordnung? Handyverbot? Ausnahme regeln. Keine Fotos!!! Keine Nachrichten schreiben!...Smartphone umgedreht auf den Tisch legen, wenn es nicht benutzt wird!...)

- Die kurzen Videos im Online-Kurs sind für die SuS sehr ansprechend gemacht.

- Die SuS waren sehr interessiert am Thema und sehr aufmerksam beim Ansehen des Kurses.

- Ich habe einfach die Videos gezeigt und habe selbst die Zwischentexte frei vorgelesen (oder habe vorlesen lassen).

- Zeit für Schülerbeiträge geben! Diskussion anregen (Fragen sind auf den Kurs-Seiten vorgegeben!)
- Man sollte sich den Online-Kurs vorher einmal ansehen.

- Eine Stunde für den ersten Teil ist sehr knapp, wenn man einige SuS reden und diskutieren lassen will. Zwei Stunden eher zu lange. Das kommt auch auf die Lerngruppe an.

- Den zweiten Teil mit Mobbing  und Klassenchatregeln (fast jede Klasse hat eine Klassen-Gruppe in Whatsapp) vielleicht extra machen und nicht direkt im Anschluss an den ersten Teil.

- Der Vergleich, wie viel Nachrichten man erhalten hat, kann schnell in einen Wettbewerb ausarten. Hier ist eine Problematisierung wichtig (Die die SuS auch gleich gebracht haben!), ob denn alle Nachrichten auch inhaltsreich waren oder wichtig.

 

Rückmeldung aus der Schülergruppe (Feedback, Auswahl):
- Die Informationen (5-Minuten-Video) über Einstellungsmöglichkeiten in Whatsapp waren überflüssig. Das kannten alle. (Man könnte als Lehrkraft hier also kürzen und nur unerfahrene SuS auf das Online-Angebot hinweisen).

- Man sollte gleich mehr über Mobbing reden, schlechtes Reden/Schreiben übereinander usw.

 

Meine Überlegungen:

- Inwieweit sich die SuS darauf einlassen, mit dem Lehrer zusammen Regeln für ihren (!) Klassenchat zu erarbeiten muss man sehen... Hier ist es wichtig, die SuS miteinander ins Gespräch zu bringen, was bei Sechstklässlern möglich sein sollte. Daher ist es hilfreich, hier die "Experten von außen" (Digitale Helden") mit Hinweisen zu Rechtsfragen (Fotos usw.)  per Video-Kurs "hinzuzuziehen". So kommt das dann nicht - wie immer - vom Lehrer direkt. Außerdem sollte man hier auch ggf. die Zusammenarbeit mit anderen Personen der Präsentionsarbeit (Polizei, andere Institutionen) suchen. Das ist dann aber auch wieder aufwendiger und evtl mit Kosten verbunden. Der Online-Kurs lässt sich relativ einfach und kurzfristig umsetzen.