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Um ein Android-Tablet sinnvoll im Unterricht einsetzen zu können, braucht man natürlich Inhalte. Da lassen sich die Apps nutzen, was den konkreten Unterricht in der Grundschule angeht, ist die Auswahl aber noch sehr gering. Rahmenplannahe Apps sind kaum in Sicht. Freies Arbeiten im Internet birgt die gleichen Probleme wie am Laptop und am PC: die Kinder verlieren sich in Hunderten von Suchmaschinenergebnissen.

Hier stelle ich ein vier Möglichkeiten vor, wie man passende Inhalte selbst erstellen kann, ohne Apps zu programmieren. Alles getestet auf einem Samsung Tablet (7 und 10.1 Zoll). Danach noch ein paar Anmerkungen zu Online-Speicher und anderen Angeboten.

1. PDF

imageJedes Android-Tablet kann mit den entsprechenden Apps (kostenlos) PDF-Dateien darstellen. Man kennt das vom PC: bei mehrseitigen PDF-Dateien wird durch Anklicken umgeblättert. Am Tablet kann angetippt oder mit dem Finger gewischt werden (vor und zurück). Damit sind zunächst keine großartigen interaktiven Anwendungen herzustellen, aber es reicht für ein paar “Basics”: Mathematik-Formelsammlung, Bilderrätsel, 1×1-Reihen, Grammatik-Regeln und -Beispiele usw.

Wie erstellt man die PDF-Dateien? Einerseits gibt es z.B. bei der Medienwerkstatt Mühlacker passende PDF (kostenpflichtig). Sie sind auf die Bedienung am PC ausgerichtet (“Enter-Taste” benutzen), können aber den Schülern schnell so erklärt werden, dass sie sie auch am Tablet nutzen können.

Word-Dateien ab Word 2007 können ebenfalls als PDF gespeichert werden. Ein ganz einfaches Beispiel finden Sie hier: “Beruferaten!” (Das ist eine Test-Datei mit verschiedenen Schriftgrößen…)

Aus der einfachen Logik der hintereinander angezeigten PDF-Seiten lässt sich noch einiges herausholen. Die Aufgaben der Medienwerkstatt funktionieren z.B. mit Lösungsblättern, die von den Schülern neben der Bildschirmpräsentation ausgefüllt werden. Am Ende kann man dann die Lösungen vergleichen. Hier kann man Computer-Angebote und Handschrift sowie Arbeit mit einem Arbeitsblatt sinnvoll verbinden. Ein Beispiel finden Sie hier: Medienwerkstatt PDF-Beispiel. Klicken Sie auf dieses Bild dort image

 

Speicherort – Wo sind die Aufgaben?

Man kann die PDF-Dateien auf dem Tablet speichern. Passender ist natürlich ein Speicherort im Internet (Onlinespeicher), der von der Lehrkraft zu Hause mit Aufgaben bestückt werden kann. Auf diese greift man dann auf dem Tablet mit wLan und App oder Browser zu. Die Dateien können so aktualisiert oder ergänzt werden, ohne sie jedes mal auf dem Tablet bearbeiten zu müssen.

2. HTML – HotPotatoes

imageEinige werden es noch kennen: das “gute alte Hotpotatoes”. Eine Softwaresammlung, mit der man ohne lange Einarbeitungszeit Tests, Multiple Choice-Test, Zuordnungsaufgaben usw. erstellen kann. Es gibt mittlerweile neuere Software, die auch attraktivere Ergebnisse produziert (HotPotatoes-Aufgaben sehen meist es “dröge” aus.), allerdings gab es dabei mit den nötigen Java-Versionen öfter Probleme auf unseren Schul-PC. (z.B. JClic) Das werde ich noch nachprüfen. Die verschiedenen Aufgabentypen sind für Schüler recht interessant und schnell zu erfassen. Auch bei Lückentexten und drop-down-Feldern scheint das Android-System hier alle notwendigen Aktivitäten zuzulassen. So kann man an den eigenen Unterricht angepasste Übungen erstellen. Beispiel: Word-Test

Speicherort – Wo sind die Aufgaben? In HotPotatoes speichert man die Tests in eine html-Datei. Diese kann praktisch – wie die PDF-Datei – auf dem Tablet gespeichert oder besser noch auch wieder online gespeichert werden. Wenn man die HotPotatoes etwas attraktiver und informativer gestalten will, kann man auch Bilder einfügen. Diese müssen allerdings im gleichen Verzeichnis auf dem Server oder PC liegen um angezeigt werden zu können. SO ist es aber auch möglich, dass die Schüler die gleichen Übungen von anderen PC oder auch von zu Hause aus bearbeiten können. Man muss nur den Link in geeigneter Form zur Verfügung stellen. (siehe unten)

3. Blog/Wiki

imageEine weitere Möglichkeit ist es, Inhalte gleich in Form eines Blogs oder Wikis zu erstellen. Hier können auch die Schüler selbst aktiv werden und z.B. Beizträge für Blog oder Wiki schreiben. Der Blog ähnelt eher einem Tagebuch, in dem nach Kategorien sortiert Beiträge aufgelistet werden. (Beispiel: Pantherblog) Ein Wiki ist ein strukturiertes Beitragsverzeichnis, das eher einem Online-Lexikon ähnelt. Das bekannteste ist Wikipedia. Zudem kann man hier mit angemeldeten Benutzern überarbeiten, korrigieren und sieht, wer dort was geschrieben hat. (Beispiel: Juniorwiki)

 

4. Powerpoint /OpenOfficeImpress (ergänzt 2.2.2012)

Natürlich lassen sich mit einem passenden Viewer auf dem Tablet auch Powerpoints ansehen. Da es in Powerpoint besser geht, Verknüpfungen zu erstellen, sowie mit Buttons per Anklicken vor und zurück oder auf eine spezielle Seite zu blättern sollten hiermit noch etwas engagiertere Anwendungen möglich sein. Ein Beispiel wäre eine Mathematik-Formelsammlung mit Querverweisen. Ob das auch mit Open Office funktioniert, habe ich noch nicht probiert.  (App für Open Office???)

Andere Angebote

Da die Android-Geräte auch Flash-Animationen und –Filme abspielen, können auf dem Tablet auch Angebote wie Boardstories von Onilo, eigentlich für die interaktive Tafel gedacht, genutzt werden (www.onilo.de). In Berlin eigenen sich auch die Filme des Medienforums Online Medien für eine zeitweise Präsentation auf dem Tablet. Hier schaut man sich nicht als gesamte Klasse die “alten” 45-Minuten-Filme der FWU an (die wir alles aus unserer Schulzeit kennen), sondern einzeln oder zu zweit kurze Videosequenzen am Tablet, die passgenau in den Unterricht eingefügt werden können.

 

Onlinespeicher

imageOnlinespeicher in Form so genannter “Clouds” sind heute schon kostenlos zu haben. Man kann seine Daten dort online speichern und hat von jedem Internet-PC oder Tablet mit Benutzernamen und Passwort Zugriff darauf. Links auf Dateien lassen sich meines Wissens aber nicht so einfach setzen, wie man es von ftp-Verzeichnissen kennt. Man müsste aber am Tablet mit einer App den Online-Speicher verbinden und dann darüber die PDF- oder HTML-Datei öffnen (alles dazu habe ich noch nicht ausprobiert). Sicherer ist der Weg über den “üblichen” Onlinespeicher. Wenn man z.B. seine Schulhomepage über einen Anbieter geschaltet hat, bei dem auch die Daten der Schulhomepage liegen, kann man dort in der Regel auch auf das Online-Verzeichnis zugreifen. Man muss sich dazu bei seinem Anbieter anmelden mit dem Namen der Homepage und dem Passwort. Dort steht meist eine Explorer-artige Struktur zur Verfügung um Dateien hochzuladen, Verzeichnisse anzulegen usw. Es entsteht dann ein Pfad zur Datei, den man nur kennen muss und ihn dann weitergeben oder für andere anklickbar zur Verfügung stellen kann (Beispiel: www.meine-schule.de/tests/onlinetest-word.html)

Link zur Verfügung stellen…

imageWenn man diesen Link zur selbst erstellten Online-Übung hat, muss man ihn noch auf passende Weise zur Verfügung stellen, damit die Schüler ihn anklicken können. Abschreiben vom Arbeitsblatt ist meistens wegen der komplizierten Struktur des Pfades nicht fehlerfrei möglich.

Auf einfache Weise geht das mit einer Word-Seite, in der man die entsprechenden Begriffe mit einem Link versieht (Rechtsklick auf ein Wort, “Hyperlink”). Wer mit einem Lernmanagementsystem wie Moodle arbeitet, kann dort die Links hinterlegen. Dann sind sie aber nur für angemeldete Moodle-Nutzer zu erreichen. Um die Tests auch öffentlich zugänglich zu machen, legt man sich eine Internetseite selbst an, was dann schon etwas aufwändiger ist, um dort die Links zu seinen eigenen und anderen Tests zu sammeln.

Zusammengenommen könnte das so aussehen…

imageAuf dem Tablet im Unterricht haben Schüler schnell Zugang zu z.B. einer Mathematik-Formelsammlung (PDF-Datei), sie schauen online im Klassenblog eine Definition nach, die ein Mitschüler geschrieben hat und sie machen nach der Arbeit im Arbeitsheft noch einen Test dazu (HotPotatoes-Datei verlinkt). Das eine oder die vier Tablets im Klassenraum (es muss gar nicht jeder Schüler ständig mit einem Tablet arbeiten) werden herumgegeben oder befinden sich an festen Stationen. Wobei das Herumgeben ja bei einem Tablet deutlich einfacher ist (wLan) als bei einem Laptop, ggf. sogar mit Netzwerkkabel.

Fazit:

“Schon wieder alles selber machen?” Es wird noch etwas dauern, bis die Verlage oder andere Anbieter mit passenden Apps kommen werden. Zunächst wollen ja die Schulbuchverlage etwas starten (Didacta 2012), man wird sehen. Um aber wirklich passendes Material für den Unterricht zu haben – und damit ein lohnendes Einsatzszenario für Tablets -  kann man selbst aktiv werden. Wenn diese Materialien urheberrechtssicher erstellt werden und öffentlich (nicht auf geschlossenen Lernplattformen) zur Verfügung gestellt werden (open content), kann der eine Kollege von der Arbeit des anderen auch noch profitieren.

Schön wäre auch noch… eine Administrator-Oberfläche, mit der man den Schülern auf dem Tablet spezielle Apps und Links bereitstellen kann.