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Auf dem Laptop-Markt hat sich einiges getan, eine Recherche hat Neues zu Tage gefördert. In meinem früheren Beitrag (s.u.) habe ich schon verschiedene Anmerkungen gemacht. Nun öffnen sich mit den "2-in-1-Laptops" neue Perspektiven.

 

Was ist 2 in 1?
Das Laptop ist so gebaut, dass der Bildschirm (Touchscreen) von der Tastatur getrennt werden kann (z.B. Asus 100... bei Cotec). Somit kann entweder mit der Tastatur am Bildschirm gearbeitet werden (umfangreiche Texteingabe) oder nur mit dem Bildschirm als quasi "Tablet". Das Ganze basiert auf einem Win 8.1.-System.

 

Vorteile

Wenn sie nicht gebraucht wird, wird die Tastatur einfach abgedockt. Das Gerät liegt dann besser in der Hand oder kann in der Gruppenarbeit auf den Tisch gelegt werden. Per Touchscreen ist es intuitiv bedienbar. Quasi als Tablet kann es auch mitgenommen werden - zum Filmansehen, aus dem Klassenzimmer heraus, oder man trägt es zum aufgebauten Physik-Versuch am Lehrertisch, um diesen zu fotografieren. Für umfangreiche Texteingaben und Einzelarbeit kann wie an einem normalen Laptop gearbeitet werden. Das Win 8.1. System kann in der Regel in eine Schulserverumgebung integriert werden. Die Schüler greifen auf Ihre Daten im Schulnetzwerk zu und nutzen die Lernsoftware im Netzwerk.

 

Nachteile

Die Windows-Programme sind nicht wirklich gut per touchscreen bedienbar. Oft sind die Schaltflächen zu klein um sie sicher anzuklicken. Mit etwas Übung geht es gut, aber oft mit dem Touchpad oder der Maus besser.

Windows bietet zwar auch einige Apps an, allerdings nicht in dem Umfang wie wir es von Apple und Android kennen.

 

Intel/Skool

Die möglichen Vorteile besonders hervorzuheben scheint die Intel-Edu-Lösung des Laptops 2in1. Im "Skoolpad" oder "Intelpad" (beide basieren auf dem gleichen Intelreferenzdesign) vereinen sich viele Möglichkeiten. In einem stoßfesten und spritzwassergeschützen Gerät ist die nötige Technik verbaut um flüssig mit Win 8.1 zu arbeiten. Der Bildschirm ist zum zeitweisen Abtrennen vorbereitet. Eine Stifteingabe ermöglich freies Schreiben auf dem Touchscreen und hilft bei der Bedienung der Programme. Eingebaute Kameras ermöglichen Fotos (Rück und Front). Zu dem bietet das Gerät umfangreiche Anschlussmöglichkeiten (inkl. 2 mal USB an Tastatur und Bildschirm) und WLan.

Update Juli 2016: Skool hat den Vertrieb der Geräte eingestellt.

Auf der Suche nach einem geeigneten Tablet für die Grundschule muss man sich zunächst überlegen, wofür, wie und mit wem man es einsetzen will. Die "Grundfrage" nach Android oder Apple (iPad) soll hier (noch) nicht beantwortet werden.

 

- Tablet in der Schule - wozu eigentlich?

Mit dem Tablet ist es im Grunde wie mit den anderen Lehr- und Lernmedien auch: die Lehrkraft muss das Medium auf seinen pädagogischen und didaktischen Nutzen hin prüfen. Hilft dieses Medium dem Schüler beim Wissenserwerb? Kann die Lehrkraft damit sinnvoll veranschaulichen? Sind Kosten und Nutzen im richtigen Verhältnis? ... und viele weitere Fragen werden ja täglich an Schulbücher, neue Arbeitshefte, Karteien, Rechenkästen usw. gestellt. Eigentlich sind Lehrkräfte Experten für diese Fragen, sie müssen Ihre Kompetenzen aber oft noch auf den digitalen Bereich ausdehnen.

 

 

Einige Eigenschaften des benötigten Gerätes

 

- Größe

10.x Zoll oder 7 Zoll

10-Zöller sind geeignet für die Arbeit zu mehreren Schülern. Dabeistehende können mit darauf schauen. Besonders bei Malprogrammen oder für Veränderungen an Fotos ist sicherlich das große Format geeignet. Filme auf Webseiten sind besser zu erkennen. Im Hinblick auf kommende (?) eBook-Schulbücher ist sicher ein großes Display von Vorteil.

7-Zöller sind handlicher. Auch kleine Präsentationen lassen sich erstellen und zur Ansicht mehrerer Schüler abspielen.  Sie nehmen weniger Platz auf dem Schultisch weg. Webseiten sind allerdings recht klein in ihrer Darstellung (Auflösung z.B. 1024 x 600 Pixel).

 

- Kamera

Die Frontkamera (zum Nutzer hin gerichtet) hat oft eine geringe Auflösung und ist für Videotelefonie geeignet. Fotos von Gegenständen lassen sich so kaum machen. Eine Rückkamera (auf der dem Nutzer abgewandten Seite) haben nur wenige Geräte. Gerade diese ist aber für den produktiven Einsatz sehr wichtig (siehe unten). Eine Auflösung von ~ 4-5 Megapixel ist vollkommen ausreichend aber notwendig.

 

- GPS

Eine GPS-Modul wäre sinnvoll umd die Navigationsmöglichkeiten voll auszuschöpfen und auch "Edu"-Caching machen zu können, in angepasster Form für Schüler.

 

- Apps

Hier findet die große Trennung zwischen iPad und Android-Geräten statt. Für das iPad sind schon viele gut gemachte, sinnvoll gestaltete und leicht zu bediendene Apps entstanden. Ob die "Lern-Apps" auch immer gut zum Lernen sind, bleibt aber oft noch offen. Insbesondere für den schulischen Einsatz ist das im Einzelfall sehr genau zu überprüfen.

Im Android-Bereich sieht das meiner Beobachtung anders aus. Hier fehlen noch die Apps der Schulbuch- und Bildungsverlage. Es gibt noch eine recht geringe Anzahl von deutschsprachigen "Lern"-Apps. Für das produktive Arbeiten gibt es aber schon einige. Zudem kann und sollte auch auf Webangebote zurückgegriffen werden, die die Schüler auch am heimischen PC nutzen können.

Der Markt für Windows Apps ist besser geworden, seit auch die Tablets mit Windows 8.1 laufen. Allerdings ist das Angebot bei weitem nicht so umfangreich wie beim iPad.

 

- Flash oder nicht

Meiner Meinung nach ist die Flashfähigkeit noch sehr wichtig. Wenn auch viele Webseiten schon in html-5 programmiert werden, gibt es doch eine Vielzahl von Lernseiten, die mit Flash arbeiten.

 

- Nutzerverwaltung

Ein Thema, dass im Schulnetzwerk über die Benutzeranmeldung gelöst ist - jeder Benutzer hat seinen eigenen "eigene Dateien" - auf dem Server. Wie man EIN Gerät von vielen Kindern nutzen lassen kann, muss man organisatorisch an den Gegebenheiten an der Schule durchplanen.

 

- Technische Voraussetzungen

Kein Tablet in der Schule ohne wlan - kann man verkürzt sagen. Eine Sim-Karte dürfte wohl aufgrund der Kosten und Organisationsprobleme ausfallen. Die Anwendungen laufen also über das wlan in der Schule, das natürlich abgesichert und ab und zu mit einem neuen Passwort versehen werden muss. Dabei muss es nicht immer die Voll-wlan-Ausstattung der Schule sein. Ein mobiler Access-Point an der Netzwerkbuchse sollte reichen und kann auch für die Laptops genutzt werden.

Eine Akkuladestation (Notebookwagen) unter sicherem Verschluss ist obligatorisch.

 

- Vernetzung

Ein großes Problem, wie ich denke. Jedes einfache Laptop (Win7, Win 8.1)  lässt sich im Schulnetzwerk integrieren und hat damit Zugriff auf die schulische Lernsoftware, das Internet und die Klassen- und Schülerverzeichnisse auf dem Schulserver (über die Benutzeranmeldung). Das ist so (noch) nicht mit Tablets möglich. Hier muss der Umweg über Online-Speicher (dropbox, evernote) genommen werden, mit allen rechtlichen und organisatorischen Fragen, die sich damit stellen und die noch nicht letztlich beantwortet sind.

 

- Kosten

Ein wichtiges Thema. Hier gilt es, gut überlegte Abwägungen zu treffen und Lehrkräfte und Schulleitung bei Entscheidungsprozessen zusammen zu bringen. Eine vorherige Konzeption und Absprachen mehrerer inteessierter Lehrkräfte sind unbedingt notwendig.

Gerade, wenn mehrere Geräte angeschafft werden sollen (z.B. sechs für Lehrkraft und zur Gruppenarbeit) sollten diese baugleich sein. Allerdings ist ja die Bedienung insgesamt sehr homogen, wenn man das Betriebssystem kennt. Android-Geräte von verschiedenen Herstellern lassen sich sehr ähnlich am Gehäuse bedienen, bei der Benutzeroberfläche kommt es auf die Version von Android an.

Für die Anschaffung gibt es die "üblichen" Quellen - Schulverwaltung-Projekte, Schuletat, Förderverein...

 

- Einsatzmöglichkeiten (Kurzform)

Aus pädagogischen Gründen halte ich einen Einsatz in allen Klassenstufen für möglich, würde aber ab Klasse 4 präferieren.

- Foto: Gegenstände fotografieren, Schulweg, Schulgelände, QR-Codes decodieren, Werke aus dem Kunstunterricht fotografieren und bloggen (Wordpress-App), Fotos verändern, Foto-Geschichten anlegen...

- Internet: online-basierte Lernkarteien (Cobocards), online-basierte Fach-Lernumgebung (bettermarks), Internet-Lernseiten (über mmgkinderseite.de oder mauswiesel.info), Recherche, Notizbuchfunktion online (evernote) inkl. Foto, Fremdsprachen-Wörterbuch (online)

- Schreiben: Tagebuch,. Bloggen, E-Mail, Mindmap erstellen,...

- Lesen: Online-Lesetexte, -Bilderbücher (onilo.de)

- Lernen/Üben/Anwenden: Lernumgebungen im Internet (myboardfirst.de, viele kostenlose Webseiten...), geeignete Apps

- Spiele: ...möchte ich nicht so gerne auf dem Tablet haben... Schon an den Schul-PC ist die Trennung von spielen und lernen schwierig. Sicher, es gibt auch spielerische Lernangebote, aber lässt man den Kindern die Wahl, kommen sie doch immer sehr schnell zu reinen Spielen im Onlinebereich, deren Platz nicht in der Schule ist.

 - Kollaboratives Arbeiten: gemeinsam ein Thema recherchieren mit verschiedenen Medien, eine Mindmap erstellen, eine Präsentation gestalten, Fotos dazu erstellen, einfügen....

 

 

 

Das Tablet mit einer Bilderbuch App., dem Angebot des Oetinger Valages, als multimediales Bilderbuch.
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In der Schule arbeiten wir schon regelmäßig mit Laptops im Unterricht. Wie sieht es aber mit Tablets aus? Wie sieht ein Vergleich der Einsatzmöglichkeiten aus? Lohnt sich eine zusätzliche Anschaffung?
Zunächst habe ich die ersten Ideen und Erfahrungen zusammengestellt. Später sollen Versuche im Unterricht erfolgen. Da wir noch keinen Sponsor für Tablets haben, müssen auch Finanzierungsmöglichkeiten noch gefunden werden. Es geht auch eher um zunächst um ein, später vielleicht fünf Geräte, die parallel zu anderen Medien eingesetzt werden sollen.
Grundschulspezifische Angebote wie Kineo (7 Zoll Tablets mit spezifischer Nutzeroberfläche) finde ich interessant, ob sich das Warten darauf lohnt, muss man sehen.

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